Wir warten

Geduldig.

Die Wollmassen weiten sich, man merkte in den letzten Tagen schon zunehmend, dass es nicht mehr nur die Wolle ist, die da rund und puschelig ums Schaf weht. Die ein oder andere steht auch schon manchesmal da und atmet schwer unter der Last, die der runde Bauch gerade wird. Manchmal blitzt auch schon ein runder werdendes Euterchen unter den Wollsträhnen hervor. In 9 Tagen ist der erste errechnete Geburtstermin.

Irgendwann wird die Erste von ihnen beginnen, sich abzusondern. Sie wird schneller atmen, die Lendengegend fällt ein. Das stark geschwollene Euter habe ich ja schon ein paar Tage beobachtet. Wenn sie dann beim Füttern nicht mehr zum Fressen kommt, mit nach hinten gezogenen Ohren, werde ich meinen Kontrollgang im Stall höher frequentieren. Und dann wird inmitten der Wollmassen ein kleines piepsiges „mmmähh…“ ertönen und ein meckerndes, aufgeregtes Muttergrummeln, dem ich nachgehe, um die Mama zu finden, die mir stolz das erste Lamm der Saison präsentiert.

Und dem Ersten werden die anderen dann unweigerlich folgen.

Wir warten. Geduldig. Is‘ bald soweit.

Unser kleiner biologisch geführter Hof liegt schön ruhig inmitten von Wiesen, Feldern und Waldstücken am Rande der Lüneburger Heide. Die extensiv bewirtschafteten Schafweiden bilden ein Refugium für Artenvielfalt: Singvögel, Käfer, Insekten, Schmetterlinge tummeln sich auf, um und über unseren Weiden, die im Sommer reichhaltig blühen und zu jeder Tages- und Jahreszeit Rückzugsraum für Erholung und Inspirationen aus der Natur bieten. Rehkitze, Feldhasen, Greifvögel und vielleicht auch mal die Spuren von Dachs, Fuchs und Waschbär sind zu finden…. Nicht nur süße Sommertage – auch andere Zeiten haben ihren eigenen Charme. Das Gold des Herbstes auf einem Spaziergang über unseren Waldweg, neblige Tage für stille Gespräche oder ein frostiger klarer Tag mit Wintersonne bei den Schafen und danach am Holzofen in der Küche mit einem warmen Tee aufwärmen, das Erlebte reflektieren: Pilgern geht zu jeder Jahreszeit!

Je nach Wunsch und Wetter gibt es 2 Möglichkeiten, sich auf dem Hof vor und nach der Wanderung zu sammeln: entweder auf der großen, von Hecken und Bäumen umsäumten Hofwiese an der Feuerstelle oder in der kleinen „Pilgerküche“.

Eine kleine rustikale Wohnküche, in der wir uns am großen Eichentisch versammeln oder ihr auf der Couch am Holzofen in Schaffelle gekuschelt einfach still das knisternde Feuer betrachten könnt.

Für Übernachtungsgäste steht dort auch ein einfaches Badezimmer zur Verfügung. Die Küche ist für eine grundlegende Versorgung mit dem Nötigsten ausgestattet, auch einfache Mahlzeiten können zubereitet werden. Bei all dem zählen natürliche Materialien, liebevolle Details, warme Farben und Reduktion auf das Wesentliche. Ganz so, wie eine Pilgerherberge sein sollte.

Für die Wagemutigen, die der Natur auf ihrer Pilgerreise ganz nah sein wollen gibt es schöne, abgeschiedene Bereiche an und hinter der Hofwiese für Outdoor-Übernachtungen.  

Wir warten

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  • Date 12/12/2025